Welche Schuhe bei Haglundferse?
Eine Haglundferse zeigt sich als unnatürliche Verdickung an der Ferse. Sichtbar ist sie insbesondere im Bereich des Ansatzes der Achillessehne am Fersenbein (Calcaneus).
Bei der Verdickung kann es sich einerseits um ein knöchernes Überbein oder andererseits um eine Weichteilentzündung handeln.
Ursachen für Haglundfersen
Als Ursache kommt eine Überbelastung oder schlecht passendes Schuhwerk in Frage, auch das Tragen hoher Absätze soll die Bildung der Krankheit begünstigen. Häufig konnte ich eine Haglundfersenbildung bei Menschen mit Hohlfuß beobachten.

Unterm Strich stellt sich ungeachtet der Ursache die Problematik wie folgt dar:
Von einer Haglundferse betroffene Personen haben Schmerzen im Fersenbereich, besonders dann wenn sie Schuhwerk tragen.
Haglundferse oder etwas anderes?
Nicht jede Schwellung an der Ferse ist eine Haglundferse. Ähnliche Beschwerden können auch von einer gereizten Achillessehne kommen oder von einem entzündeten Schleimbeutel zwischen Sehne und Fersenbein. Ob ein knöcherner Vorsprung vorliegt, lässt sich meist mit einem Röntgenbild klären. Zum Arzt sollte man vor allem dann gehen, wenn die Ferse gerötet, warm oder dauerhaft geschwollen ist oder auch ohne Schuhe schmerzt. Die ärztliche Abklärung ist außerdem Voraussetzung für die Verordnung einer Schuhzurichtung.
Es stellen sich also die Fragen
Welche Schuhe können mit einer Haglundferse noch gut getragen werden? Und gibt es Möglichkeiten das vorhandene Schuhwerk so anzupassen, dass die Probleme gelindert werden?
Beim Schuhwerk ist darauf zu achten, dass dieses im Fersenbereich keine harten Kanten aufweist. Härtere Kanten sind häufiger bei elegantem Schuhwerk zu finden. Des Weiteren befinden sich auch öfter festere Nähte und oder schlecht ausgearbeitete Lederübergänge im Bereich der Ferse.
An sportlicherem Schuhwerk befindet sich meist ein gutes Schaftabschluss und Fersenpolster welches die Beschwerden schon lindern kann. Darum würde ich sportlicheres Bequemschuhwerk bei Haglundferse bevorzugen. In einigen Fällen kann es helfen auf überknöchelhohes Schuhwerk umzusteigen, nämlich dann wenn der betroffene Bereich genau an der Schaftabschlusskante des getragenen Halbschuhs liegt.


Sollten die Schwierigkeiten trotz weichem Fersenbereich weiter bestehen, kann eine individuelle Ausarbeitung der Fersenkappe am Schuh erfolgen. Der entsprechende Rezepttext lautet meist wie folgt: „Einarbeitung einer Haglundfersenentlastung an vorhandenem Schuhwerk“. Die Kosten der Ausarbeitung werden von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernommen. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist ein gültiges Rezept vom Arzt (Hausarzt oder Orthopäde). Die Ausarbeitung selbst wird dann vom Orthopädieschuhmacher vorgenommen.
Einlagen und Fersenerhöhung
Neben dem Schuh selbst kann auch eine Einlage helfen. Eine leichte Fersenerhöhung entlastet die Achillessehne, weil sie dann weniger stark gedehnt wird. Dabei sitzt die Ferse im Schuh aber etwas höher, und die Schwellung kann an einer anderen Stelle an die Fersenkappe stoßen. Deshalb probiere ich Einlage und Schuh immer zusammen aus. Wenn zusätzlich ein Hohlfuß vorliegt, was ich häufig beobachte, sollte die Einlage auch darauf abgestimmt sein. Mehr dazu steht im Artikel Schuhe und Einlagen bei Hohlfuß.
Ich achte darauf, mir den Umfang und die Ausprägung der Schwellung am Kundenschuh genau zu markieren. Die Ausarbeitung selbst erfolgt dann meist „U“ förmig. Je nach Bedarf mit oder ohne Polster. Auf jeden Fall soll der betroffene Bereich entlastet werden.
Tipps für den Alltag
Bis zur Versorgung helfen oft schon kleine Maßnahmen. Schuhe ohne Fersenkappe, etwa Clogs oder Pantoletten, nehmen den Druck ganz weg. Sie bieten aber wenig Halt und sind keine Dauerlösung. Ein Fersenschutz aus Gel, der innen an die Fersenkappe geklebt wird, kann reibende Kanten entschärfen. Schnürschuhe sollten fest genug gebunden sein, damit die Ferse nicht im Schuh hin- und herrutscht, denn jede Bewegung reibt erneut an der gereizten Stelle. Neue Schuhe probiert man am besten nachmittags an, wenn der Fuß etwas angeschwollen ist.
Fazit
Eine Haglundferse ist für die Betroffenen häufig unangenehm. Doch mit dem richtigen Schuhwerk und oder einer professionellen Schuhwerkanpassung (Schuhzurichtung) meistens gut zu handhaben.
Euer Philipp
2 Kommentare
Da mein Mann an der rechten Ferse innen eine Dekubitus-Wunde hat, suche ich einen Schuh mit einer weichen Kappe.
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sollte sich Ihr Mann noch nicht in ärztlicher Behandlung befinden, ist dies bei Wunden natürlich die erste Anlaufstelle. Zum Thema Schuh mit weicher Ferse ist es meiner Meinung nach am besten, ein Fachgeschäft aufzusuchen. Viele selbstständige Orthopädieschuhmacher bieten auch Bequemschuhe an und können vor Ort gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Mann den Schuh auswählen, welcher am besten passt. Ich wünsche Ihnen alles Gute.